Tradition trifft auf Moderne

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In der Schweiz gibt es nur weni­ge Aus­bil­dungs­stät­ten für ange­hen­de Beklei­dungs­ge­stal­te­rIn­nen. LU-Cou­ture ist eine davon. Weil der Betrieb nebst eige­nen Kol­lek­tio­nen auch Auf­trags­ar­bei­ten und Klein­se­ri­en her­stellt, wer­den die Ler­nen­den bestens auf die Her­aus­for­de­run­gen in der Mode­bran­che vor­be­rei­tet.

Text und Fotos: Ila­ria Lon­go

Dass an der Alpen­stras­se 4 im Zen­trum von Luzern bereits seit 1905 das Cou­ture-Hand­werk aus­ge­übt wird, merkt man beim Betre­ten der Räum­lich­kei­ten im ersten Ober­ge­schoss. Schwe­re Eisen­to­re im Jugend­stil schütz­ten hier einst die erste Kre­dit­an­stalt von Luzern. Heu­te ist hier LU-Cou­ture ansäs­sig – eine Aus­bil­dungs­stät­te für Beklei­dungs­ge­stal­te­rIn­nen und die Adres­se für Mas­s­an­fer­ti­gun­gen und Ände­run­gen aller Art in Luzern.

Zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts wirk­te hier Albert Jucker als Her­ren­schnei­der. Vie­le Por­träts des ein­sti­gen Besit­zers zie­ren das Ate­lier und sogar das Inte­ri­eur ist zum Teil noch das ori­gi­na­le. Die alten Näh­ma­schi­nen die­nen heu­te als Deko. Im Emp­fangs­zim­mer für Kun­dIn­nen sor­gen gros­se Spie­gel und ein beein­drucken­der Par­kett­bo­den für Gla­mour­fak­tor. Gleich dane­ben befin­den sich der Ver­kaufs­be­reich von LU-Cou­ture sowie die Ate­liers, wo Ler­nen­de des 3. Lehr­jah­res tätig sind.

Die haus­ei­ge­ne Prêt-à-por­ter-Linie für Frau­en und Män­ner gehört genau­so zum Ange­bot wie die Mas­s­an­fer­ti­gun­gen, der Anpas­sungs­ser­vice und die Her­stel­lung von Klein­se­ri­en. Ent­wor­fen und aus­ge­führt wird alles vom zehn­köp­fi­gen Aus­bild­ner-Team und den 30 Ler­nen­den. Zur­zeit baut der Betrieb sei­nen Online­shop aus: Kun­dIn­nen kön­nen Stücke der Prêt-à-por­ter-Kol­lek­ti­on gemüt­lich von zu Hau­se bestel­len und inner­halb von drei Wochen wird ihr Klei­dungs­stück nach ihren Mas­sen ange­fer­tigt. Wäh­rend in der Filia­le in der Innen­statt der Fokus auf der Hau­te-Cou­ture liegt und bei unse­rem Besuch gera­de Roben für den Zür­cher Opern­ball her­ge­stellt wer­den, sind am zwei­ten Stand­ort in Wil­li­sau die Ler­nen­den des 1. und 2. Lehr­jah­res vor allem in der Pro­duk­ti­on von Klein­se­ri­en – unter ande­rem für Schwei­zer Labels – invol­viert.

2014 wur­de LU-Cou­ture gegrün­det – mit Hil­fe des Kan­tons Luzern, denn ande­re Aus­bil­dungs­be­trie­be gibt es heu­te hier kei­ne mehr: „Wir sind also eigent­lich aus einer Not­la­ge her­aus ent­stan­den und enga­gie­ren uns heu­te dafür, dass das Hand­werk für die Zukunft bewahrt wird, sagt Rufi­na Hüm­mer, die Geschäfts­lei­te­rin von LU-Cou­ture. Trotz des Bil­dungs­auf­tra­ges des Kan­tons finan­ziert sich LU-Cou­ture zum Gross­teil durch sei­ne Kun­den­auf­trä­ge. “Das macht die Aus­bil­dung authen­tisch und span­nend. Und so bestär­ken wir die jun­gen Klei­der­ma­che­rIn­nen, sich als Fach­kräf­te im Mode­busi­ness mit nach­hal­ti­gem Den­ken und Han­deln zu enga­gie­ren”, ist Rufi­na Hüm­mer über­zeugt.

All­jähr­li­ches High­light ist unter ande­rem der Fashion Day for Genera­ti­ons, der seit sechs Jah­ren aus­schliess­lich mit Hil­fe von Part­nern und Spon­so­ren finan­ziert wird. Der Mode­event, der im KKL in Luzern statt­fin­det, lockt jeweils um die 800 Besu­che­rIn­nen an. Neben einer Fashion­show mit den Krea­tio­nen von LU-Cou­ture und ande­ren Labels, die von Live-Musik unter­malt wird, ergänzt eine Podi­ums­dis­kus­si­on den Anlass. Und das Beste: Der Event – die kom­men­de Aus­ga­be fin­det am 12. Okto­ber 2020 im Luzer­ner Saal statt – ist mit einem Ticket für alle Mode­in­ter­es­sier­te zugäng­lich.