Portrait: MANUSHA

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Zu Besuch bei den Labels des 1. Lauf­me­ter Mode-Salons vom 18.–20. Okto­ber 2019 in Bern. Ila­ria Lon­go schau­te im Ate­lier von Manu­sha Saki­ca vor­bei.

Am 19. und 20. Okto­ber gibt es im Korn­haus­fo­rum Mode aus der gan­zen Schweiz zu kau­fen. So auch die hoch­wer­ti­gen Klei­dungs­stücke aus Natur­fa­sern des Luzer­ner Gast­la­bels Manu­sha.

Am lieb­sten sitzt Manu­sha Saki­ca an ihrer Näh­ma­schi­ne. Denn bei ihrem Label Manu­sha ist ihr neben dem Design vor allem eines wich­tig, das Hand­werk. “Ich lie­be es, mit mei­nen Hän­den zu arbei­ten”, sagt die Luzer­ne­rin, wäh­rend sie an einem schwar­zen T-Shirt aus Bam­bus und Vis­ko­se das Eti­kett annäht. Ihre Lei­den­schaft für die Mode wur­de ihr qua­si in die Wie­ge gelegt: “Ich kom­me aus einem klei­nen Dorf im Koso­vo. Als Kind haben mir mei­ne Tan­ten mei­ne Klei­der genäht, des­halb bin ich immer etwas auf­ge­fal­len”, erzählt sie lachend. Nach ihrem Mode­de­sign­stu­di­um im Zürich hat Manu­sha Saki­ca 2014 ihr eige­nes Label gegrün­det. Zu ihren ersten Unter­stüt­zern gehör­te die Bou­tique MAI in Luzern, wo die Krea­tio­nen von Manu­sha noch heu­te ver­kauft wer­den.

Für ihre Kol­lek­tio­nen ver­wen­det die Desi­gne­rin aus­schliess­lich Stof­fe aus Über­pro­duk­tio­nen, die sie aus Ita­li­en oder von ande­ren Schwei­zer Labels bezieht. “Wenn ich neue Stof­fe kau­fe, dann nur sol­che die zer­ti­fi­ziert sind”, sagt sie. Trans­pa­renz steht für die Luzer­ne­rin an ober­ster Stel­le: “Ich will mei­ne Kun­din­nen nicht anlü­gen. Wenn ich Rest­stof­fe aus Ita­li­en bezie­hen, kann ich nicht wis­sen, unter wel­chen Bedin­gun­gen sie her­ge­stellt wur­den. Aber ich kann dahin­ter­ste­hen, weil ich weiss, dass die Stof­fe andern­falls wege­schmis­sen wer­den.” Kri­ti­sche Fra­gen scheut die Desi­gne­rin nicht – im Gegen­teil. “Des­halb freue ich mich auch so auf den Lauf­me­ter-Mode-Salon. Ich bin gespannt auf die Gesprä­che mit den Kun­din­nen und deren Fra­gen.”

Wäh­rend Manu­sha Saki­ca die limi­tier­ten Stücke aus Natur­fa­sern wie bei­spiels­wei­se Wol­le oder Sei­de zuerst in Kri­ens ent­wirft, wer­den sie anschlies­send im Koso­vo von drei Schnei­de­rin­nen, die Manu­sha Saki­ca alle per­sön­lich kennt, gefer­tigt. Obwohl die Desi­gne­rin neben­bei in einem 80%-Pensum als Ver­käu­fe­rin arbei­tet und Mit­ver­an­stal­te­rin der Luzer­ner Aus­ga­be des Mode­an­las­ses Fashion Revo­lu­ti­on ist, lässt sie es sich nicht neh­men, das erste Ori­gi­nal jedes Out­fits, Ein­zel­stücke und Mas­s­auf­trä­ge sel­ber her­zu­stel­len. Auch ver­leiht sie in ihrem Ate­lier jedem Stücke den letz­ten Schliff, indem sie bei­spiels­wei­se die Knöp­fe oder Eti­ket­ten anbringt.

Bei unse­rem Besuch ste­hen denn auch die letz­ten Vor­be­rei­tun­gen für den Ver­kauf der aktu­el­len Herbst/Winterkollektion am Mode-Salon an. Die Look­books lie­gen bereit: Vor der spek­ta­ku­lä­ren Kulis­se des Tit­lis posiert das rot­haa­ri­ge Model mit den ver­spiel­ten Krea­tio­nen. Ein­zel­ne bun­te Stücke durch­bre­chen die eher dun­kel gehal­te­ne Farb­pa­let­te. Dass die Kol­lek­ti­on in einer Berg­land­schaft foto­gra­fiert wur­de, kommt natür­lich nicht von unge­fähr: “Bei einem Stras­sen­künst­ler habe ich einen Schlüs­sel­an­hän­ger mit dem Schrift­zug Ain’t no moun­tain high enough ent­deckt. Das hat mich inspi­riert, denn zu der Zeit wur­de viel über den Frau­en­streik dis­ku­tiert. Wir leben zwar im 2019 und wir Frau­en haben noch nicht alles erreicht, aber ich bin sicher, dass wir den Berg bezwin­gen kön­nen.”

Der 1. Lauf­me­ter Mode-Salon fin­det vom 18. bis 20. Okto­ber 2019 in Bern statt. Auf­takt am Frei­tag, 18.10. um 19:00 Uhr im Kino ABC, Moser­stras­se 24, mit Apé­ro und um 20:00 Uhr mit dem Film “Ly-Ling und Herr Urge­si”. Die Prot­ago­ni­stin Ly-Ling Vilay­sa­ne nimmt mit ihrem Label AÉTHÉRÉE beim Mode­ver­kauf teil. Sie wird bei der Film­vor­füh­rung und dem anschlies­sen­den Gespräch dazu anwe­send sein. Film­tickets: www.quinnie.ch
Der Mode­ver­kauf mit acht Labels fin­det am Samstag/Sonntag, 19./20. Okto­ber, von 10:00 bis 18:00 Uhr im
Korn­haus­fo­rum Bern statt. An bei­den Tagen jeweils um 11:00 und 13:30 Uhr Prä­sen­ta­ti­ons­run­den mit den Desi­gne­rin­nen.
Der Ein­tritt zum Mode-Salon im Korn­haus­fo­rum ist gra­tis.