The Blue Suit

Alles begann mit einem Jeans-Anzug: Karen Rauschenbach nahm sich 2016 eine Auszeit und lernte in Amsterdam die holländische Designerin Yvonne Vermeulen kennen. Ein Jahr später entstand das gemeinsame Label The Blue Suit. Heute finden sich längst nicht mehr bloss blaue Anzüge im Sortiment des Labels aus Kreuzlingen, das sich konsequent der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

Karen Rauschenbach (im Bild rechts), gebürtige Ostdeutsche, ist ursprünglich Verkehrswirtschaftsingenieurin von Beruf. Ihre Arbeit als Produktionsmanagerin für Airbus führte sie auf alle Kontinente, bis sie 2017 im Rahmen eines Sabbaticals die holländische Modedesignerin Yvonne Vermeulen traf. Karen Rauschenbach trug zu dieser Zeit einen Jeans-Anzug, der sich nicht ersetzen liess. Schnell war den beiden Frauen klar, dass man dieses Problem lösen müsste und könnte. Ihr neu gegründetes Label The Blue Suit setzte von Beginn weg nicht nur auf Qualität und gutes Design. Bei ihrer eigenen Marke sollten Nachhaltigkeit, ökologisch Materialien und sozial faire Produktion oberstes Gebot sein.

Diesen Ansatz verfolgen Yvonne Vermeulen und Karen Rauschenbach konsequent: Die Kleider von The Blue Suit werden gänzlich aus GOTS-zertifizierten Materialien hergestellt. Produziert wird in der ostitalienischen Region Le Marche, in zwei seit Generationen dem italienischen Textilhandwerk verpflichteten kleinen Familienbetrieben, welche die beiden Frauen seit Jahren kennen. So entstehen Kleidungsstücke, die durch zeitloses Design, höchste Qualität und perfekte Passform überzeugen.

Für Karen Rauschenbach und Yvonne Vermeulen hört das Engagement für eine bessere Modeindustrie jedoch nicht beim eigenen Label auf: 2020 gründeten sie das Pionierprojekt Circular Clothing. Seit 2022 ist das vom Migros-Pionierfonds geförderte Projekt eine Genossenschaft mit zehn Mitgliedern, sieben davon sind Modelabels. Ihr Ziel ist, das Cradle-to-Cradle-Modell zum Branchenstandard in der Textilindustrie zu machen. Circular Clothing schafft eine Plattform für kleine Schweizer Textillabels, ermöglicht Zugang zu Lieferketten und Zertifizierungen. So soll der Wandel hin zu einem kreislauffähigen Ansatz in der Modebranche gefördert werden.