Bienvenue: Mademoiselle L

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Zu Besuch bei den Labels des 1. Lauf­me­ter Mode-Salons vom 18.–20. Okto­ber 2019 in Bern. Ila­ria Lon­go rei­ste nach Genf zum Gast­la­bel Made­moi­sel­le L und sprach mit der Desi­gne­rin Lau­rence Imstepf.

In Ver­soix am Gen­fer­see, im Sit­zungs­zim­mer einer ehe­ma­li­gen Che­mie­fa­brik, befin­det sich das Ate­lier von Lau­rence Imstepf. Hier kre­iert sie für ihr Label Made­moi­sel­le L sport­li­che Klei­dung mit einem gewis­sen Twist.

Du hast eigent­lich begon­nen, Kunst­ge­schich­te zu stu­die­ren. Wie bist du schliess­lich zur Mode gekom­men?
Ich habe gemerkt, dass ich lie­ber mit mei­nen Hän­den arbei­te und ein Pro­dukt her­stel­le. Zur Mode bin ich über Umwe­ge gekom­men: Ich habe eine Schnei­der­aus­bil­dung gemacht und im Thea­ter und der Film­bran­che gear­bei­tet. Danach habe ich an der HEAD das Mode­de­sign­stu­di­um absol­viert.

Made­moi­sel­le L war Teil dei­ner Abschluss­kol­lek­ti­on 2008. Dein heu­ti­ges Label hast du aber erst 2013 offi­zi­ell gegrün­det.
Ich habe zu Beginn zwar Mode gemacht, aber mei­ne Mar­ke exi­stier­te damals noch nicht. Nach­dem ich 2012 ein Jahr lang kei­ne Mode mehr gemacht habe, hat mich mein Umfeld bestärkt, die Label­grün­dung rich­tig anzu­ge­hen. Der Name Made­moi­sel­le L ist geblie­ben, anson­sten habe ich das Label ganz neu aus­ge­rich­tet. Die erste Kol­lek­ti­on – jene von 2013 – wur­de mit dem Prix Lily des Maga­zins Edel­weiss aus­ge­zeich­net.

Wie hat sich dein Label seit­her wei­ter­ent­wickelt?
Zu Beginn war es ein Hob­by. Vom Ent­wurf bis hin zur Pro­duk­ti­on habe ich alles sel­ber gemacht. Nach der Neu­po­si­tio­nie­rung war alles anders: Nicht nur das Logo son­dern auch der Stil der Klei­der. Mei­ne Krea­tio­nen hat­ten frü­her einen „Girly“-Touch, heu­te sind sie schlich­ter – wobei ich nach wie vor ger­ne auf sub­ti­le Art Glit­zer inte­grie­re (lacht). Mitt­ler­wei­le las­se ich mei­ne Klei­der in Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na von einer Zür­cher Fir­ma pro­du­zie­ren.

Was steht am Anfang des Design­pro­zes­ses: Die Idee oder das Mate­ri­al?
Mei­ne Kol­lek­tio­nen bau­en auf­ein­an­der auf. Es gibt meist ein The­ma, das im Mit­tel­punkt steht. Ich arbei­te vor allem mit gra­fi­schen Mustern. Manch­mal grei­fe ich ein The­ma oder einen Schnitt in der nach­fol­gen­den Kol­lek­ti­on wie­der auf. Die Ide­en wer­den kon­kre­ter, wenn ich den Stoff füh­le und sehe, wie er fällt. Die Ide­en­fin­dung, der Schnitt und die Mate­ri­al­wahl sind also par­al­le­le Pro­zes­se.

Was kannst du uns über die Kol­lek­ti­on sagen, die du am Lauf­me­ter ver­kau­fen wirst?
“Part 12” ist eine Mini­kol­lek­ti­on, bei der die Linie als gra­fi­sches Muster im Mit­tel­punkt steht. Eini­ge Krea­tio­nen sind sehr weit geschnit­ten und auf das wesent­li­che redu­ziert. Ich inte­grie­re aber immer ger­ne auch Stücke, die auf­fal­len­der sind, wie etwa den dun­kel­blau­en Blou­son in dezen­ter Glit­zer­op­tik. Die Idee des Labels ist, dass man mit jedem Stück der jewei­li­gen Kol­lek­ti­on für die gan­ze Sai­son aus­ge­stat­tet ist.

Du bist auch die Mit­be­grün­de­rin der Bou­tique LL Swiss Design. Was ist das Kon­zept des Shops?
Ich woll­te schon immer einen eige­nen Laden haben, was aber in Genf sehr schwie­rig ist. Als ich ein klei­nes Lokal gefun­den, und Lau­re, eine Schmuck­de­si­gne­rin, ken­nen­ge­lernt habe, haben wir beschlos­sen, das Pro­jekt gemein­sam anzu­packen. Neben unse­ren Sachen ver­kau­fen wir auch Acces­soires wie Taschen oder Schu­he von ande­ren Schwei­zer Labels.

Du unter­rich­test aus­ser­dem an der HEAD in Genf. Was für einen Rat gibst du Desi­gne­rin­nen und Desi­gnern, die ein Label grün­den wol­len?
Die­se Her­aus­for­de­rung nicht allei­ne zu mei­stern, son­dern sich mit jeman­dem zusam­men­zu­schlies­sen. Wich­tig ist es, von an Anfang an ein kla­res Kon­zept zu haben. Ich habe gelernt, dass man ein Label Schritt für Schritt auf­bau­en soll­te, um län­ger­fri­stig zu bestehen.

Made­moi­sel­le L ist im Toku Store in Bern erhält­lich, du hast also schon einen Bezug zu Bern. Was erhoffst du dir von dei­ner Teil­nah­me am Mode-Salon?
Als ich Toku ent­deckt habe, ist mir auf­ge­fal­len, dass Bern vie­le Mode­bou­ti­quen hat, und obwohl sie sicher nicht die Mode­haupt­stadt ist, tut sich in Bern dies­be­züg­lich gera­de viel. Ich freue mich, mein Label aus­ser­halb der West­schweiz prä­sen­tie­ren zu kön­nen.

Der 1. Lauf­me­ter Mode-Salon fin­det vom 18. bis 20. Okto­ber 2019 in Bern statt. Auf­takt am Frei­tag, 18.10. um 19:00 Uhr im Kino ABC, Moser­stras­se 24, mit Apé­ro und um 20:00 Uhr mit dem Film “Ly-Ling und Herr Urge­si”. Die Prot­ago­ni­stin Ly-Ling Vilay­sa­ne nimmt mit ihrem Label AÉTHÉRÉE beim Mode­ver­kauf teil. Sie wird bei der Film­vor­füh­rung und dem anschlies­sen­den Gespräch dazu anwe­send sein. Film­tickets: www.quinnie.ch
Der Mode­ver­kauf mit acht Labels fin­det am Samstag/Sonntag, 19./20. Okto­ber, von 10:00 bis 18:00 Uhr im
Korn­haus­fo­rum Bern statt. An bei­den Tagen jeweils um 11:00 und 13:30 Uhr Prä­sen­ta­ti­ons­run­den mit den Desi­gne­rin­nen. Der Ein­tritt zum Mode-Salon im Korn­haus­fo­rum ist gra­tis.